Konstruktives Feedback zu geben ist gar nicht so einfach. Und eigentlich will man ja nur helfen. Aber wie belegt man den Burger am Besten, damit er der anderen Person auch schmeckt?

Dass Feedback einen weiter bringt, ist den meisten bewusst. Nur es dann auch anzunehmen fällt schwer, weil man doch seine Gründe dafür hatte, dass es so nicht funktioniert hat, oder man hatte die Situation vielleicht anders verstanden. Ist denn die andere Person überhaupt in der Position einem Feedback zu geben? Man ist doch in dem Bereich viel erfahrener! Das sind sicher häufige Gedanken, die einem in den Kopf kommen, wenn es darum geht Feedback anzunehmen.
Feedback so zu geben, dass diese Gedanken nicht so präsent sind, will auf jeden Fall gelernt sein. 

Die grundsätzliche Einstellung ist auf jeden Fall wichtig: Feedback sollte immer nur als Vorschlag formuliert und angenommen werden. Am Ende wissen wir ja alle nicht, was wirklich der richtige Weg ist, und vielleicht ist dem anderen ja etwas anderes viel wichtiger als der Punkt, auf den wir unseren Schwerpunkt setzen. Egal welches Wissen oder welche Position der andere hat, vielleicht bringt die Person gerade deswegen einen guten Gedanken mit oder hinterfragt etwas, das man selbst mittlerweile akzeptiert hatte.

Den Feedback-Burger als Orientierung nutzen

Der Burger mit seinen Beilagen illustriert, wie Feedback auf eine möglichst genaue Art und Weise formuliert werden kann. Damit am Ende am Besten auch genau das, was man sagen möchte, beim anderen ankommt und auch angenommen werden kann.

Der Feedback-Burger lässt sich grob in drei Teile gliedern, wobei der Belag den größten Unterschied macht.

Beginnen sollte man sein Feedback mit einer ehrlichen, positiven Basis, zB. “Du bist bei den Meetings wirklich immer anwesend, das ist echt super.”. Wenn dieser Punkt wirklich ehrlich gemeint ist, dann sollte es einem auch nicht allzu schwer fallen, den ersten Belag ohne ein “ABER” anzusetzen. Das Wörtchen “Aber” revidiert nämlich sonst den ersten positiven Teil wieder. Das ist eine der wichtigsten Regeln! Stattdessen bieten sich Wörter an wie deshalb, darum oder und. 

Zurück zu meinem Beispiel: Es geht mit der konkreten Beobachtung, dem ersten Belag, weiter: “Darum ist mir aufgefallen, dass du dich während der letzten Team-Besprechungen häufig mit deinem Handy beschäftigt hast.“. Das ist eine komplett emotionslose Beschreibung der Situation.

Der nächste Schritt ist die Wirkung auf einen selbst darzulegen. Man sollte vermeiden Annahmen, über die andere Person zu treffen. Anhand vom Beispiel: “Dadurch bin ich verunsichert und frage mich, ob das Meeting wirklich sinnvoll angesetzt ist.” Sich hier auf sich selbst zu beziehen, macht es für den anderen wesentlich einfacher. Sich nicht angegriffen zu fühlen und sich somit rechtfertigen zu wollen.

Beim letzten Belag kommen wir nun zur Wunschformulierung: “Deshalb würde ich mich freuen, wenn du in Zukunft entweder aktiv am Meeting teilnimmst und dein Handy weg legst oder mir sagst, wenn der Inhalt uninteressant ist.”

Der Deckel, das positive Ende, könnte dann so formuliert werden: “So können wir in Zukunft zusammen das Beste aus den Meetings heraus holen.” Auf diese Weise hat der Burger auf jeden Fall einen guten Nachgeschmack.

Feedback richtig annehmen lernen

Nun kommen wir zu einem letzten sehr wichtigen Punkt – und zwar wie der Feedbacknehmer auf sein Feedback reagieren sollte. Es ist wichtig, sich nicht zu rechtfertigen oder zu erklären. Optimal ist es, wenn der Feedbacknehmer sich bedankt und den Burger erstmal verdaut. Verständisfragen können natürlich jederzeit geklärt werden. Ansonsten sollte man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal das Gespräch suchen, wenn man sich selber dazu Gedanken gemacht hat. 

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