Vor einigen Tagen haben wir bereits das Gründer-Interview mit Niklas hier auf unserem Blog veröffentlicht, diesmal haben wir auch unseren zweiten Gründer Christian interviewt. Auch er hat uns viele spannende Insights zu seiner Gründergeschichte geliefert die uns beeindruckt und inspiriert aber auch an der ein oder anderen Stelle zum Schmunzeln gebracht haben. 🙂

Christian, wie kamst du damals auf den Gedanken, dein erstes Gewerbe anzumelden?

Christian:  „Damals im Studium in Hof hatte ich mit meinem besten Kumpel Raoul eine WG. Wir waren da ziemlich verrückt, also haben viel programmiert, viel rumgebastelt und viel rumgealbert. Irgendwann haben wir uns dann ein Büro in das Wohnzimmer gebaut. Sogar mit großen Schreibtischen. Ja dann meinten wir: „Hey, wir sind eh schon recht viel in diesem Büro und machen nerdy Sachen und irgendwie können wir das ja auch ganz gut. Lass doch eine Firma gründen.“ Dann haben wir uns ein Sakko angezogen und sind auf das Gewerbeamt gegangen.“

Wie hast du dich damals gefühlt als du mit deinem ersten Gewerbe durchgestartet bist?

Christian: „Durchgestartet klingt fast ein bisschen hoch gestochen. Wir konnten zwar gut programmieren, hatten aber keine Ahnung von Sales, bürokratischen Prozessen oder anderen Dingen. Aber aufregend war es trotzdem. Als wir unsere ersten Visitenkarten hatten, waren wir schon sehr stolz. Ich kann mich noch genau erinnern. Ich habe mich gefühlt als hätte ich gerade das erste Startup zum Unicorn gemacht.“

Wie hat dein Umfeld auf deine Gründung reagiert?

Christian: „So ein Umfeld ist im Gesamten nie glücklich wenn man gründet. Ich war ja voller Euphorie (sollte man auch sein wenn man gründet). Die Leute um einen herum reagieren ungefähr so, als würde man gerade eine Selbstfindungsphase mit Dauerpartybeschallung machen. Also alle sind skeptisch und so richtig traut es dir auch keiner zu. Du bist jung und Student, wie soll das denn klappen? Aber ein paar gibt es trotzdem, ein paar gute Freunde, meine Mama und natürlich Raoul. Die haben immer an mich geglaubt. Danke euch!“

Christian war es schon immer wichtig, sein eigenes Ding zu machen und sich beruflich voll zu entfalten.

Wie ging es dann weiter? Wann kam bytabo ins Spiel?

Christian: „Ich bin dann zum Masterstudium nach Bamberg gezogen und Raoul nach Berlin. So ging dann auch das erste Gewerbe auseinander. Trotzdem wollte ich weiter mein eigenes Ding machen und mich selbst entfalten. Ja, dann habe ich eines Tages die Anzeige von Niklas auf Facebook entdeckt und der Rest ist bekannt.“ 

Würdest du alles wieder genauso machen?

Christian: „Das ist immer eine gute Frage, die man eigentlich mit Ja beantwortet. Ich bin glücklich mit meinem Leben, somit ein ganz klares ja. Mit meinem Wissen von heute wäre es allerdings auch ein Stück weit vermessen zu sagen, dass ich alle Dummheiten nochmal so machen würde. Auf der anderen Seite haben die Dummheiten mich ja auch geformt. Somit also ein finales Ja.“ 

Was magst du am Gründerleben, was nicht?

Christian: „Ich mag vor allem die Selbstorganisation. Ich mag es mich selbst zu verwirklichen. Meine eigene Kultur hier bei bytabo aufzubauen. Ich mag es Dinge zu erschaffen und zu lernen. Ich mag es auch wirklich einen Sinn in meiner Arbeit zu haben. Also sinnvolle Dinge für andere zu tun. Ich mag es weniger schwere und harte Entscheidungen zu treffen. Aber die gehören auch dazu.  Lange hatte ich auch mit dem Phänomen zu kämpfen, dass man nie fertig ist mit dem Arbeitstag und immer denkt zu wenig gemacht zu haben. Das kennen auch viele Studenten. Aber das habe ich jetzt hinter mir gelassen.“

Kannst du dich an einen ganz dunklen Moment erinnern?

Christian: „Da gab es mehrere. Also zum Glück noch keine ganz dunklen. Aber klar, wenn Leute gehen oder wir Leute enttäuschen müssen oder auch große Aufträge wegbrechen dann steigt der Puls auch mal schnell. Oder auch wenn wir uns selbst mal kein Gehalt auszahlen konnten, das war dann auch privat immer schwer. Aber das gehört irgendwie auch dazu und prägt einen auch.“

Christian kann sich heute an mehrere dunkle Momente in seiner Gründergeschichte erinnern, doch die gehören für ihn zum Gründer-Sein dazu.

Kannst du sagen, was dein größtes Gründer-Learning bis jetzt ist?

Christian: „Ja – versuch nicht alles perfekt zu machen. Leg einfach los, lerne, sei nicht beleidigt oder frustriert und mach es dann besser. Vor allem halte durch aber halte nicht fest.“

Hast du ein Warum das dich durch die dunklen Momenten als Gründer trägt?

Christian:Gründer sein – das ist mehr als eine Entscheidung. Es ist irgendwie auch ein Lebensentwurf. Ich glaube dieser Lebensentwurf, der Mensch der ich dadurch geworden bin und dass ich deswegen das Leben leben kann, welches ich irgendwie gut finde, ist mein Warum.

Was würdest du anderen jungen Gründern mitgeben?

Christian: „Man unterschätzt es zunächst, mach es deswegen mit 100% und Leidenschaft und Willen. Dann ist auch egal was passiert, du wirst besser. Den Rest musst du selbst lernen, weil du deine eigene Journey gehen musst und jeder Mensch anders ist. Und falls du einen Gründerpartner hast, dann schau das er/sie anders ist als du und das er/sie loyal ist. Ich hab so jemanden, dafür bin ich sehr dankbar. Danke Niklas!“

„Einfach loslegen und nicht zu perfektionistisch sein“ – eins der größten Learnings für Christian.

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