Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit haben im ersten Moment wenig Gemeinsamkeiten. Inwiefern diese beiden Gebiete sich dennoch ergänzen und wie eine gute Umsetzung gelingen kann, möchten wir in dem heutigen Blogbeitrag thematisieren. 

Welche Chancen verbergen sich dahinter?

Dass mit Hilfe von digitalen Lösungen erste wichtige Schritte in Richtung einer nachhaltigen Zukunft gegangen werden können, ist schon länger bekannt. So stellen diverse digitale Sharing-Angebote eine Alternative zum eigenen Auto dar oder können auch das Wegwerfen von Lebensmitteln verhindern. Mit der Unterstützung von digitalen Produkt- und Prozessvernetzungen können die Lieferungs- und Lagerungsverfahren optimiert werden. Das wiederum führt zu Einsparungen von Treibhausgas-Emissionen.

Ein weiteres Beispiel aus der Sparte “Digitalisierung und Nachhaltigkeit” lässt sich auch mit einem Blick in die internen Strukturen eines Unternehmens erkennen. So kann durch die vermehrte Verwendung von videovermittelten Kommunikationssoftwares auf Geschäftstermine vor Ort verzichtet werden. Dies geht mit einer Reduzierung von Anreisen mit dem Flugzeug oder dem Auto einher. Von oberster Priorität sollte dabei sein, dass die Digitalisierung umweltgerecht ist. Ebenso sollte sie nicht selbst negative Auswirkungen auf den Klimaschutz mit sich bringen. Der ökologische Fußabdruck, der beispielsweise durch den Stromverbrauch der digitalen Infrastruktur entsteht, muss damit so gering wie möglich sein oder auch die Rohstoffen für digitale Geräte bestmöglichst zu recyclen.

Wenn diese Gesichtspunkte Beachtung finden, sind die Chancen, die sich daraus für den Klimaschutz ergeben, heute schon enorm groß. Die Tendenz ist sogar zunehmend zu wachsend. Im Hinblick auf die künstliche Intelligenz ergeben sich ähnliche Erkenntnisse, denn auch hier verbirgt sich ein großes Potenzial im Hinblick auf den Klimaschutz. So geht aus der Studie „Climate AI: How artificial intelligence can power your climate action strategy„, von dem Capgemini Research Institute und dem Nachhaltigkeits-Start-up right.based on science hervor, dass Unternehmen mit dem Einsatz von KI bis zu 45 Prozent ihres Klimaschutzziels nach dem Pariser Klimaabkommen erreichen können. Zudem kann es den Unternehmen durch den Einsatz von KI-basierten Klimaschutzmaßnahmen gelingen, ihre Treibhausgas-Emissionen um durchschnittlich 16 Prozent zu reduzieren. 

Doch wenn die Chancen so groß sind, wo liegen dann die Hürden für den Einsatz von KI?

Auch wenn die Unternehmen immer wieder mit den genannten Themen konfrontiert sind, fehlt oftmals die Betrachtung des Ganzen und der individuelle Bezug. Vielen Unternehmen fällt es bereits schwer, sich an die stetig weiterentwickelten Digitalisierungsprozesse anzupassen und von ihnen zu profitieren. So bildet die künstliche Intelligenz nur noch eine weitere Hürde, die unüberwindbar scheint. Es gibt nur selten Mitarbeiter in den Unternehmen, die Experten für die Themen künstliche Intelligenz sind oder die Muße haben, Experte darin zu werden. Ein Blick auf das Thema Nachhaltigkeit zeigt, dass es auch hier Schwierigkeiten gibt, sich das Themengebiet zugänglich zu machen. Denn das Problem, das sich dahinter verbirgt, wirkt viel zu groß für den oder die Einzelne. Und so ist das Thema Nachhaltigkeit das erste, das in turbulenten Zeiten wie beispielsweise der Corona-Krise wieder in den Hintergrund rückt. 

Die Grundbausteine richtig legen

Um diese Hürden zu überwinden, ist es wichtig, dass man Schritt für Schritt vorgeht. Als Basis des Ganzen sollten sowohl KI als auch Nachhaltigkeit jeweils als ein eigenes Themenfeld betrachtet werden. Oftmals denken Mitarbeiter, dass damit eine klare KI-und Nachhaltigkeitsstrategie einhergeht und schrecken davor zurück. Doch diese braucht es zu Beginn gar nicht. Als Grundbaustein sollte die Technologie erstmal verstehen werden, um zu begreifen, welche Möglichkeiten sie mit sich bringt. Zusätzlich ist es von großer Bedeutung, die Mitarbeiter über die Bedrohung des Klimawandels aufzuklären und was KI dahingehend bewirken kann. Somit können die technologische Grundlagen für KI-gestützte Klimaschutzmaßnahmen geschaffen werden. 

Erste Pilotprojekte durchführen

Wenn eine Basis aus den ersten Grundbausteinen gelegt ist, kann mit Hilfe von geeigneten Anwendungsfällen den Mitarbeitern die Relevanz von KI noch näher gebracht werden. Paradebeispiele hierfür nennt das deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz

  • Detektion von Umweltverschmutzung
  • Entwicklung nachhaltiger Methoden in der Agrarwirtschaft
  • intelligente Mülltrennung und -beseitigung
  • zukunftsorientierte Entwicklung grüner Mobilität
  • Reduzierung des Energieverbrauchs
  • Optimierung der Kreislaufwirtschaft
  • umweltbewusste Produktion
  • Energieoptimierung
  • CO2 Reduktion
  • Steigerung der Ressourceneffizienz
  • Ressourcenschonung

Anhand dieser Beispiele kann das Unternehmen umsichtig damit beginnen, KI zum Klimaschutz einzusetzen. Im Rahmen von kleinen Projekten gilt es, erste Erfahrungen im Bereich der KI zu sammeln. Hierbei ist es nicht wichtig, dass es sonderlich bedeutende Projekte sind, sondern vielmehr, dass die ersten KI-Projekte erfolgreich sind.

Wenn es gelingt, dass die Mitarbeiter verstehen, ​warum die Arbeit mit KI stattfindet und dass ihre Arbeit bedeutend für den Kampf gegen den Klimawandel ist, kann die gesamte Belegschaft voll und ganz dahinterstehen und zu einer maßgeblichen Komponente für eine gelungene KI-Anwendung werden. Die Künstliche Intelligenz und die Nachhaltigkeit, die am Anfang eine Hürde dargestellt haben, können zu einer der größten Stärken des Unternehmens werden.

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