Weg mit der Schwarz-Weiß-Betrachtung der Digitalisierung

Die einen erhoffen sich viel, sehen es als ein Versprechen für bessere Arbeitsverhältnisse, Gesundheit, generell mehr Möglichkeiten. Denn alles, was man braucht, ist doch bloß einen Wisch entfernt, oder nicht? Die anderen sehen die Entwicklung eher düster: Sie denken an Maschinen statt Menschen, an Städte ohne Geschäfte, an Menschen, die permanent auf den Bildschirm starren, körperlich und seelisch krank werden. Egal um welchen Lebensbereich es geht, die Debatte über die Chancen und Risiken der Digitalisierung polarisiert enorm. 

Unsere Welt verändert sich, das ist klar, aber warum in Extremen denken, wenn wir nicht einfach das Beste aus allem machen, was sich uns bietet? Wir müssen jetzt die Chancen der neuen Technologien ergreifen, jetzt handeln – von allein funktioniert das nicht. Deswegen müssen wir alle zusammen anpacken, denn jeder von uns kann seinen Beitrag zu einer besseren Welt leisten. 

Wir wollen die Chancen der neuen Technologien nutzen statt Angst vor den Herausforderungen zu haben.
Weg von der schwarz-weiß Betrachtung und hin zum „Machen“.

Wo und wie Digitalisierung bereits in unseren Alltag einzugreifen beginnt

Verwaltung

Die digitale Transformation wird uns so manch einen lästigen Gang “aufs Amt” ersparen, denn sie kann in Zukunft digitale Verwaltung ermöglichen. Bankgeschäfte lassen sich schon lange unkompliziert online erledigen.

Arbeitswelt

Es ist klar, dass einige Jobs verschwinden oder sich zumindest verändern, aber es entstehen auch neue Arbeitsplätze. Nötig sind jedoch ausreichende IT-Kenntnisse, die noch nicht ausreichend und nicht für alle zur Verfügung stehen. 

Entspannt und flexible im Home Office arbeiten
Home Office ermöglicht uns flexibles Arbeiten.

Auf der anderen Seite sehen wir aber auch die Flexibilisierung der Arbeit, die uns ein selbstbestimmtes Arbeiten ermöglicht. Dies erleichtert gerade das Leben von jungen Eltern und der mittleren Generation, die die Pflege der eigenen Eltern stemmen muss, sehr. Demgegenüber steht die permanente Erreichbarkeit, die krank machen kann, was Studien bereits zeigen. Für eine soziale Entwicklung braucht es deshalb laut Oliver Suchy vom DGB (Deutscher Gewerkschaftsbund) „neben neuen Rechtsansprüchen auf mobiles Arbeiten auch klare Regeln gegen Entgrenzung und Digitalstress.“

Gesundheitsbereich

In Zukunft könnten Gesundheitsdaten von Patienten nicht mehr in einzelnen Akten verwaltet werden, sondern zentral und elektronisch. Damit erhalten Ärzte sämtliche Informationen zu ihrem Gegenüber und könnten Beschwerden somit schneller, besser und im Idealfall ganzheitlich behandeln. Beispielsweise bemerkt der Arzt so den Zusammenhang von Allergie und Verdauungsbeschwerden, die noch von unterschiedlichen Fachärzten behandelt werden. Jedoch bestehen aktuell noch einige Sorgen um die Sicherheit der Daten. Es steckt dennoch viel Potential in der “E-Health” vor allem für den ländlichen Raum, wenn auch wieder verbunden mit bestimmten Risiken und Schwierigkeiten für die ältere Generation.

Digital verbessert sozial - Mit Digitalisierung zur Verbesserung des Gesundheitsbereichs
Digitalisierung kann den Gesundheits- und Pflegebereich verbessern.

Arbeitserleichterung ist besonders im Pflegebereich möglich: In Japan werden Senioren in Altenheimen bereits von Robotern umsorgt, um Personal einzusparen und schwere körperliche Belastungen für das bestehende Personal zu verringern. In Deutschland werden die ersten Roboter getestet.

Sozialleben

Wir fühlen uns allein und einsam trotz oder gerade durch Nutzung sozialer Netzwerke?! Ein Studienergebnis zeigte, dass jene, die am Tag mehr als zwei Stunden mit sozialen Medien verbrachten, eine doppelt so hohe Anfälligkeit für Gefühle von Isolation hatten als solche, die sie weniger als 30 Minuten nutzten. Außerdem tun uns all die sozialen Vergleiche nicht gut, die gerade durch Plattformen wie Instagram, wo das Leben anderer immer so viel schöner aussieht, befeuert werden. Sie schädigen unser Selbstbewusstsein. Und auch außerhalb des Privatlebens schwindet sozialer Kontakt immer mehr. Kundenhotlines mit Computerstimmen sind fast alltäglich, der Einsatz von Self-Scan-Kassen im Supermarkt nimmt zu und die Zeit in der Warteschlange verbringen wir damit die neuesten Nachrichten zu lesen statt ein Gespräch mit anderen Wartenden zu beginnen …

Dass es dem einen oder anderen Angst macht, dass Maschinen zunehmend menschliche Dienstleistungen ersetzen, ist durchaus nachvollziehbar. Trotz allem sollten wir auch hier vor allem die Chancen betrachten und den Umgang mit digitalen und sozialen Medien, Netzwerken usw. von Beginn an intensiv schulen! Nur so können wir auch in Zukunft digital und trotzdem noch sozial miteinander leben.

Den Umgang mit digitalen Themen von Beginn an schulen.
Der richtige Umgang mit digitalen Themen sollte von Beginn an im Bildungswesen verankert sein.

Potentiale nutzen statt Chancen zu verpassen!

Im ersten Schritt ist es wichtig, sich nicht vor der digitalen Transformation zu fürchten! Im Gegenteil kann der digitale Wandel zu einer barrierefreien und inklusiven Gesellschaft führen. Unsere Bildung können wir erweitern, verbessern, vielseitiger und attraktiver gestalten. Die Pflege birgt gerade in den Bereichen Dokumentation, Assistenz und Telemedizin starkes Verbesserungspotential.

Neue Formen der Partizipation sollen ermöglichen, dass gemeinnützige Werte nicht mehr allein das Monopol der Wohlfahrtspflege sind. Schon jetzt entstehen hybride Formen zwischen freier Marktwirtschaft und Gemeinnützigkeit, z.B. in Form sozialer Startups. 

Der "Caring" Bereich eröffnet viele auch ökonomisch interessante Handlungsfelder.
Im Bereich des „Caring“ entstehen viele auch wirtschaftlich interessante Handlungsfelder.

Wenn wir dabei an unsere zunehmend heterogene, multikulturelle und gleichzeitig alternde Gesellschaft denken, entstehen immer mehr neue und durchaus ökonomisch interessante Handlungsfelder im Bereich des “Caring” (Kinderbetreuung, Bildung, Erziehung, Familien, Altenpflege, Wohnen, Nachbarschaften, Integration und Inklusion). 

Und genau bei dieser gemeinsamen Problemlösung und Partizipation kommt man um digitale Netzwerke und Plattformen nicht mehr herum. Egal ob in Form von Selbsthilfeportalen, Petitionskampagnen, Crowdfunding und und und – soziales und politisches Engagement findet zunehmend online statt. Warum also dies nicht noch stärker nutzen und fördern?

Klar ist aber auch: Noch stehen gemeinwohlorientierte Organisationen wie Stiftungen, Wohlfahrtsverbände, Genossenschaften, Parteien, Kirchen und Gewerkschaften am Anfang. Es braucht neue Strategien der Kollaboration, des Mitmachens und der Solidarität. Dazu ist eine Neu-Vernetzung der vier „Hauptplayer“ der Sozialwirtschaft nötig: Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Staat und Bürger. Denn:

Sozial braucht digital!

Immer wieder ist von der sogenannten “digitalen Verantwortung” die Rede. Das bedeutet: Wir müssen etwas dafür tun, dass sich alle Menschen am digitalen Leben beteiligen können. Dafür ist eine Strategie nötig, denn es geht um viel mehr als Gebäude mit moderner Technik und WLAN auszustatten. Der digitale Wandel ist ein kultureller und ein solcher lässt sich nicht von heute auf morgen bewerkstelligen. Die gesamte Art und Weise, wie wir zusammen leben, arbeiten, kommunizieren, interagieren, verändert sich. Damit wir diese Phase erfolgreich (über-)/bestehen, ist ein “Plan” wichtig.

Mit moderner Ausstattung und WLAN allein ist die digitale Wende noch nicht erledigt.
Es ist mehr als moderne Technik und WLAN nötig.

Im sozialen Sektor (so die generelle Annahme) wird kein Geld verdient. Deswegen wird hier nicht investiert, nichts gewagt, denn den meisten erscheint der Bereich zu unattraktiv. Demzufolge entfernen sich der soziale Faktor und die Wirtschaft leider immer weiter voneinander. Dabei spielt doch gerade dieser Bereich für unsere Gesellschaft und unser tägliches Zusammenleben eine wichtige Rolle. 

Sozial und innovativ – das passt zusammen! 

Deshalb wollen wir mit Technologie und Innovation unsere Welt besser machen. Wir wollen zeigen, welchen sozialen Beitrag Technologie und Innovation für unsere Gesellschaft und unsere Zukunft leisten kann. Wir wollen dabei helfen, den sozialen Sektor und die Wirtschaft wieder näher zusammenzubringen. Wir wollen erreichen, dass mit den Themen Innovation und Digitalisierung positive, erfreuliche Assoziationen einhergehen und  beide zu einem besseren, einfacheren und gesünderen Miteinander verhelfen können.

Unsere Zukunft wollen wir mit euch digital und sozial gestalten.
Gemeinsam mit euch wollen wir die Zukunft digital und sozial gestalten.

About Hackathon

Genau darum geht es bei unserem Social Innovation Hackathon: In einzigartiger Atmosphäre, könnt ihr bei unserem Hackathon z.B. einen Prototypen für eine App entwickeln, eine Kommunikationskampagne für ein gemeinnütziges Projekt erschaffen (Flyer, Plakate, Informationsmaterial), eine kreative Website mit einfach zugänglichen Informationen designen oder eine Strategie entwerfen, wie gesellschaftlich relevante Themen präsenter in sozialen Medien werden. 

Als Unterstützung stehen euch den ganzen Abend Coaches aus den unterschiedlichsten Fachgebieten zur Verfügung. Softwareentwickler, Projektmanager, User Experience Designer, Juristen, Sozialpädagogen, Systemische Berater u.v.m. stehen euch zur Seite, um euch mit ihrem Know-How tatkräftig zu unterstützen. 

Arbeitet kreativ und innovativ bei unserem Hackathon an spannenden gemeinnützigen Projekten.
Bei unserem Hackathon könnt ihr eure kreative und innovative Seite ausleben.

Falls ihr noch nicht davon überzeugt seid, warum ihr teilnehmen solltet, nur so viel: Ihr erschafft an einem einzigen Abend/Nacht Neues, lernt dazu, trefft spannende und inspirierende Leute, tut Gutes und evtl. gewinnt ihr sogar! Weitere Informationen findet ihr auf unsere Website. Hier geht es zur kostenlosen Anmeldung

Wenn ihr noch Fragen zu unserem Hackathon habt, Anregungen oder Feedback geben wollt oder oder oder, dann lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns! Wer Lust hat, kann übrigens an der Caritas Umfrage 2019 teilnehmen und sich einmal selbst der Frage “Wieviel digital braucht sozial?” stellen.

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