»Digitale Transformation«, »Entrepreneurship«, »Virtual Reality« − diese Begriffe begeistern jetzt auch mich. Eindrücke vom START Summit 2017 in St. Gallen. 

Die Entscheidung fiel am 24. Januar. Der Trailer den Christian Schieber, technischer Geschäftsführer von bytabo® − Digital Crew − und ich im Rahmen eines Pitch-Events in Nürnberg zu sehen bekamen, begeisterte uns so sehr, dass wir uns noch am selben Abend die Tickets für St. Gallen sicherten.

23. März, pünktlich zum vereinbarten Zeitpunkt steigt nicht nur Christian Schieber, sondern auch Konstantin Preinl und Fabian Raum, die beiden Erfinder des WINGMAN − ein Koffein-Riegel, der auch noch richtig gut schmeckt − in mein Auto. Zustande gekommen ist diese Fahrgemeinschaft durch eine WhatsApp-Gruppe aller aus Nürnberg und Umgebung stammenden Event-Teilnehmer. 

Schon auf der Fahrt in die Schweiz lässt mich der Startup-Spirit nicht mehr kalt. Ich bin begeistert, auf welche inspirierende Art und Weise sich meine Mitfahrer Feedback geben und gegenseitig motivieren. Und durch das gemeinsame Nachdenken darüber, ob eine matte oder glänzende Verpackung besser für den WINGMAN geeignet wäre, vergeht die Fahrt nach St. Gallen wie im Flug.

Am nächsten Morgen um genau 10 Uhr betrete ich nun endlich zusammen mit Christian die heiligen Hallen in den Olma Messen. Dabei ist es unmöglich den Slogan »BE WHERE INNOVATION HAPPENS«, der über dem Haupteingang thront, zu übersehen. Und nachdem ich, nur wenige Minuten später, stolze Besitzerin eines Poken, eine Art digitale Hand zum Datenaustausch, geworden bin, bemerke ich − womöglich zum ersten Mal in meinem Leben ganz bewusst −, dass ich gerade im Zeitalter der digitalen Transformation lebe.

Dieser Gedankengang wird mir schon eine Stunde später von Tony Fadell, dem Erfinder des iPods, bestätigt. Während seines Vortrags, in welchem er Entrepreneurs darin bestätigt, dass ihre „Hirngespinste“ durchaus realisierbar und alles andere als zu belächeln sind, vergesse ich beinahe das ich nicht im Silicon Valley, sondern in der Schweiz bin.

Jetzt, nach dem Vortrag, bin ich nicht mehr auf meinem Stuhl zu halten. Meine Lust darauf den Ort, an welchem über 2.000 Menschen aus über 50 Ländern zusammen kommen, richtig unter die Lupe zu nehmen, kann vermutlich nicht mehr größer werden. Ich starte also meine Entdeckungsreise von Ausstellungsstand zu Ausstellungsstand und lasse mir von den Gründern persönlich neue Produkte, Onlineplattformen oder Dienstleistungskonzepte erklären. Dadurch vergeht der erste Tag bei dem Event, auf welchen die Zukunft maßgebend gestaltet wird und die digitale Transformation ihren unaufhaltsamen Lauf nimmt, viel zu schnell. Glücklicherweise bleibt mir noch der 26. März.

Samstag, 10:30 Uhr. »Meine Plan ist aufgegangen.« Die meisten Besucher liegen nach dem gestrigen Pub-Crawl noch in ihren Betten. Und Christian und ich bekommen damit die Möglichkeit uns, ohne anstehen zu müssen, auf das breite Angebot an Virtual-Reality-Brillen zu stürzen.

Ich verteidige mit Pfeil und Bogen erfolgreich meine Burg, gehe in einem britischen Supermarkt einkaufen, zerschieße angreifende Raumschiffe in einer fremden Galaxie und finde mich dann in einer Schule in Afrika wieder, bis mir plötzlich die Brille samt Kopfhörer von Christian entrissen wird und ich wieder verstehen kann, dass das Erlebte nicht real war. »Ich musste sie dir wegnehmen sonst hättest du den ganzen Tag damit verbracht und du willst sicher auch den Redner von Google hören.«

Zum Glück habe ich den Weg zurück ins Hier und Jetzt gefunden. Denn der Vortrag von Javier Bargas-Avila, Head of Advertiser UX Research (Google), mit dem Titel: »What makes People Love or Hate the Product we create«, hat mich gefesselt.

Nach dem Erlebten bleibt nur noch eine Stunde bis zum großen Showdown − dem START Summiteer Final. Ein Pitch-Wettbewerb dessen Sieger ein Preisgeld von 20.000 CHF erhält. Die verbleibende Zeit verbringe ich damit zu beobachten wie Gründer mit Investoren zusammenkommen und Mentoren finden.

18 Uhr, der Platz an der Mainstage ist gesichert − die Endrunde kann beginnen. Nach 90 Minuten Daumendrücken für meinen Favoriten wird im Lamettaregen, Nanoleq, ein Startup, welches biegsame aber dennoch strapazierfähige Kabel entwickelt, zum strahlenden Sieger gekürt. Und spätestens an diesem Punkt wird auch den letzten Kritikern der Unternehmerkonferenz ein Lächeln ins Gesicht gezaubert. 

Unglaublich aber wahr. Das START Summit hat mir die digitale Transformation und den Unternehmergeist näher gebracht, als ich es jemals für möglich gehalten hätte. Im Rahmen der Abschlusszeremonie bekomme ich das Aftermovie gezeigt sowie eine Einladung zur Teilnahme im kommenden Jahr.

Nur einen kurzen Augenblick später ertappe ich mich beim Notieren des Datums, ab welchen das Early-Bird-Ticket zu erwerben ist. Und auf die Frage, ob ich Christian auch 2018 dort antreffen werde, bekomme ich die Antwort: »Klar! Denn es gibt nichts Inspirierenderes als den Spirit der Menschen zu tanken, die unsere Zukunft gestalten.«

Ein Beitrag von Regina Brandt. 

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