Intrapreneurship ist ein relativ neues Konzept, das mittlerweile schon von vielen Unternehmen eingesetzt wird, um Innovationen aus eigenen Reihen heraus zu generieren, und so wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch funktioniert das wirklich? Und wenn ja, wie erfolgt die Umsetzung? 

Der Begriff Intrapreneurship setzt sich aus den englischen Wörtern Intracorporate (Unternehmensintern) und Entrepreneurship (Unternehmertum) zusammen. Unternehmerisches Denken von Mitarbeiterinnen & Mitarbeitern wird innerhalb eines Unternehmens gefördert: Angestellte denken unternehmerisch, entwickeln innovative Ideen und setzen diese innerhalb der bestehenden Unternehmensstrukturen aus eigenem Antrieb heraus um. Das reicht von einfachen Prozessverbesserungen, über Produktinnovationen bis hin zu komplett neuen Geschäftsmodellen auf neuen Märkten. Und wenn eine Idee besonders großen Erfolg hat, kann daraus sogar eine Tochterfirma mit der Mitarbeiterin bzw. Gründerin als Geschäftsführerin entstehen. 

Intrapreneurship ist schon weit verbreitet

Das Konzept Intrapreneurship hat in den letzten Jahren in Unternehmen aller Größen extrem an Bedeutung gewonnen – sowohl in der Planung als auch in der Umsetzung von Intrapreneurship-Programmen innerhalb der Unternehmen. So hat eine 2018 vom Branchenverband Bitkom durchgeführte Studie noch gezeigt, dass in maximal 22% aller Unternehmen Intrapreneurship überhaupt gelebt wurde, während der aktuelle Intrapreneurship-Monitor 2021 der Universität Bayreuth schon auf insgesamt 72% aller Unternehmen kommt. Dieses explosive Wachstum führen die Spezialisten der Universität Bayreuth vor allem auf die Herausforderungen der Unternehmen durch die Corona-Krise zurück. Damit ist Intrapreneurship endgültig im Mainstream der Unternehmen angekommen. 

Intrapreneuship hat viele Vorteile

Doch warum setzen mittlerweile so viele Unternehmen auf Intrapreneurship?
Vor allem, weil für Unternehmen viele Vorteile entstehen: Innovative und motivierte Mitarbeiter:innen bleiben dem Unternehmen erhalten, weil sie die Freiheit bekommen, eigene Projekte im Unternehmen umzusetzen. Neben der Mitarbeiterbindung erfolgt gleichzeitig ein Wertbeitrag zum Unternehmen.   

Dies führt zu mehr Innovation aus dem eigenen Unternehmen – so haben laut Intrapreneurship-Monitor Unternehmen mit eigenen Intrapreneurship-Abteilungen wesentlich häufiger neue Produkte in ihren jeweiligen Branchen eingeführt (50%) also solche ohne spezielles Intrapreneurship-Programm (30%). 

Dem stehen sehr überschaubare Nachteile gegenüber: einerseits natürlich das Risiko zu Fehlern, das beim Ausprobieren von Neuem immer entsteht, was aber Teil jedes unternehmerischen Handelns ist. Und andererseits, dass unternehmerisch denkende und handelnde Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anstrengend sein können – sie halten sich oft nicht an historisch gewachsene Prozesse und möchten aus dem Tagesgeschäft ausbrechen.

Umsetzung fängt bei Kultur an

Und wie sieht es nun konkret aus, wenn man das eigene Unternehmen Intrapreneurship-fähig machen möchte? Welche Dinge müssen beachtet und welche Strukturen eingeführt werden, um die Vorteile von Intrapreneurship für das eigene Unternehmen nutzbar zu machen? 

Zunächst einmal: für jedes Unternehmen sieht dies anders aus, ausgehend von den bestehenden Strukturen. Jedoch ist ein guter erster Ansatzpunkt, die Kultur des Unternehmens daraufhin zu überprüfen, ob sie für Intrapreneurship geeignet ist. Wichtig ist hier vor allem der Umgang mit Fehlern: Dieser sollte nicht negativ besetzt sein. Fehler sollten gegenüber Führungskräften offen kommuniziert werden können, ohne dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Nachteile fürchten müssen. Dies ermutigt Kolleginnen und Kollegen, Neues auszuprobieren, und führt so allein schon zu neuen Ideen. 

Freiraum geben

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist Freiraum. Dies kann einmal zeitlicher Freiraum sein, um eigene Ideen abseits des Tagesgeschäfts verfolgen zu können. Das tun auch die meisten Unternehmen, die im Intrapreneuship-Monitor befragt wurden: Sie geben ihren Angestellten ein gewisses Zeitkontingent, welches für eigene Initiativen genutzt werden kann. Ein sehr berühmtes Beispiel ist Google, das seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern 20% der Arbeitszeit für persönliche Projekte – sog. Side Project Time – zur Verfügung stellt. 

Ein weiterer Aspekt ist finanzieller Freiraum innerhalb des Unternehmensbudgets, um Ideen auch bis zu einer gewissen Reife voranzutreiben und dann auf einer besseren Grundlage entscheiden zu können. Als letztes zählt dazu auch geistiger Freiraum, also das Gefühl, auch selbst Entscheidungen treffen zu können, die dann von der Führungsebene auch mitgetragen werden. Hier spielt der oben bereits genannte Umgang mit Fehlern eine wichtige Rolle. Wichtig ist aber vor allem, die Kolleginnen und Kollegen durch Schulungen und Feedback dazu zu befähigen, die gewährten Freiräume auch zu nutzen. 

Offene Kommunikation und finanzielle Anreize

Damit Angestellte innerhalb der Firma unternehmerisch handeln können, sind offene Kommunikation und der respektvolle Umgang miteinander nötig. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter müssen das Gefühl haben, dass das Gegenüber ehrlich ist. Sonst kann die Motivation eigene Energie in unternehmerische Projekte zu stecken, schnell verpuffen. Und obwohl Intrapreneure häufig Projekte aus der Motivation zur Verbesserung und dem eigenen Antrieb heraus anfangen, sollten Firmen ihnen auch finanzielle Anreize schaffen, diese Projekte auch zu Ende zu führen. Dies ist vor allem bei größeren Projekten der Fall, die über einen längeren Zeitraum zusätzlichen Aufwand von den Mitarbeiter:innen erfordern. Hier können beispielsweise Erfolgsbeteiligungen oder auch zusätzliches Budget für die private Weiterbildung o.ä. als Anreize dienen, die diesen Mehraufwand rechtfertigen. 

Intrapreneurship bei bytabo

Wir bei bytabo haben viele der oben genannten Werte in unserem Culture Guide festgehalten und erinnern damit unsere Mitarbeiter:innen immer wieder gegenseitig daran, diese Dinge auch zu leben. Intrapreneurship ist bei uns fest im Unternehmen verankert: Fehler sind willkommen (wenn man daraus lernt), Kolleginnen und Kollegen dürfen über einen gewissen Teil ihrer Zeit frei entscheiden, es wird offen kommuniziert und am Ende des Jahres gibt es eine Gewinnbeteiligung, die als finanzieller Anreiz dient, das Unternehmen besser zu machen. So wird das Unternehmen täglich verbessert: durch Prozessinnovationen, welche die Arbeit effizienter machen, über Produktinnovationen bis hin zu neuen Geschäftsbereichen, wie z.B. bytabo Green. Sollte der interne Rahmen für die Idee nicht mehr ausreichen oder die Mitarbeiter:in risikoaffin sein und ein eigenes Unternehmen gründen wollen, wird er/sie bei Bedarf ebenfalls unterstützt: Mit bytaboX haben wir ein Unternehmen ausgegründet, das es ermöglicht, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Gründung eigener Unternehmen aktiv unter die Arme zu greifen und bei einer Gründung zu helfen. 
Willst du wissen, wie du ein Intrapreneur werden kannst? Kontaktiere uns gerne.

Übrigens: Falls du auf der Suche nach weiteren Tipps zum Thema Intrapreneurship bist, klicke hier.

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