Zwei Themen, die auf den ersten Blick nicht viel gemeinsam haben, deren Kombination aber für unser gegenwärtiges und zukünftiges Leben eine wichtige Rolle spielen wird: Digitalisierung und Achtsamkeit. Der Artikel erklärt nicht nur, was Achtsamkeit ist, sondern insbesondere, wie wir mit Achtsamkeit die Herausforderungen der digitalen Transformation besser angehen können. Es soll damit aufgezeigt werden, wieso eine Kultur der Achtsamkeit das Leadership-Verständnis der Führungskräfte besser, Unternehmen erfolgreicher und Mitarbeiter zufriedener machen kann. 

Digitalisierung steht vor allem für eins – die zunehmende Geschwindigkeit des technologischen Wandels. Es wird für Unternehmen immer schwieriger, Anschluss zu halten. Firmen geraten zunehmend unter Druck, da sie die wachsenden technischen Möglichkeiten nutzen müssen, um mittelfristig wettbewerbsfähig zu bleiben. Das hat massive Konsequenzen für den Arbeitsalltag der Mitarbeiter. In diesem Artikel möchte ich darauf eingehen, welche Rolle Achtsamkeit in diesem Kontext spielt und warum es fatal ist, sich diese Frage nicht zu stellen. 

Achtsam sein heißt im Jetzt sein

Achtsamkeit heißt nichts anderes, als zu beobachten und dabei die Vergangenheit und die Zukunft vollständig auszublenden. Es geht darum, in sanfter Art und Weise das wahrzunehmen, was wirklich wichtig ist. Dadurch gelingt es ein Gefühl für das Wesentliche zu bekommen. Wer achtsam ist, kommt in die Ruhe und zieht Energie aus dem Jetzt, um die nötige Kraft und Energie für den Wandel in der Zukunft zu haben. 

Mit Achtsamkeit neue Energie schöpfen.
Achtsamkeit bedeutet aus der Ruhe neue Kraft zu ziehen.

Was das Ganze mit Digitalisierung zu tun hat:

Im Hier und Jetzt zu sein findet in vielen Firmen heutzutage wenig bis überhaupt nicht mehr statt.  Die Mitarbeiter sind häufig so sehr damit beschäftigt, den Anschluss zum Wandel zu halten, dass sie vergessen innezuhalten, Kraft zu tanken und sich über den Sinn und Zweck des Ganzen klar zu werden. Die einzige Aufgabe besteht darin, den Anschluss an den Markt zu halten, immer mehr Programme und Tools gleichzeitig zu beherrschen und allgemein immer schneller immer mehr zu lernen. 

Achtsam sein heißt sanft sein und verzeihen

Achtsamkeit bedeutet, sanft zu sich und zu anderen zu sein. Man erkennt, dass es nicht zielführend ist, einen Schuldigen zu suchen und an den Pranger zu stellen. Wer achtsam ist, stellt vor allem den eigenen Handlungsspielraum in den Fokus und stellt sich die Fragen: “Wie kann ich dazu beitragen, dass wir als Kollektiv unsere Ziele erreichen?”, “Wie kann ich denjenigen helfen, die mit ihren momentanen Aufgaben nicht zurecht kommen?” und “Wie kann ich meinen Teil dazu beitragen, um eine möglichst menschliche Kultur im Unternehmen zu etablieren?”

Wichtiger Bestandteil der Achtsamkeit ist die Fehlerkultur
Die Kultur der Achtsamkeit erlaubt einen offenen Umgang mit Fehlern.

Eine Kultur der Achtsamkeit erlaubt Fehler und stellt das Lernen in den Vordergrund. Niemand muss also Angst haben, einen falschen Schritt zu gehen, da die Unterstützung durch die Kollegen und das Unternehmen jederzeit gegeben ist. 

Was das Ganze mit Digitalisierung zu tun hat:

Im Zeitalter der Digitalisierung geht es vor allem um Geschwindigkeit. Diese wird in klassischen Unternehmen neben der Problematik von hierarchisch herbeigeführten Entscheidungen vor allem durch eine fehlende Fehlerkultur stark behindert. Der Mitarbeiter hat Angst davor, Fehler zu machen und somit rückversichert er sich vor Entscheidungen mehrfach bei Kollegen und Vorgesetzten. Ein solches Vorgehen kostet unglaublich viel Zeit. Zeit, die sich ein Unternehmen mit einer aktiven lern-orientierten Fehlerkultur und einem sanften Umgang mit den Mitarbeitern oftmals spart.

Achtsam sein heißt RECHTZEITIG reflektieren

Wer achtsam ist, der kümmert sich rechtzeitig um seinen Geist und seine mentale Gesundheit. Wer damit erst anfängt, wenn er kurz vor dem Burnout steht, geht diesen Schritt deutlich zu spät. Seine Gedanken und Gefühle regelmäßig zu reflektieren, schafft eine Art “unsichtbaren Schutzschild”. Dieser bewahrt einen davor, sich durch äußere Umstände aus der Ruhe bringen zu lassen. 

Eine regelmäßige Achtsamkeits-Routine ermöglicht es dem Menschen außerdem, Entscheidungen gelassener aufzufassen, insgesamt entspannter zu werden und mit Stress und Ängsten besser umzugehen. 

Was das Ganze mit Digitalisierung zu tun hat:

In Unternehmen erfolgt Reflexion häufig erst dann, wenn Probleme bereits aufgetreten sind. Feedback-Gespräche und Gruppen-Reflexionen finden erst dann statt, wenn es bereits geknallt hat. Eine Kultur des regelmäßigen und proaktiven Feedbacks fördert ein soziales, entspanntes und hilfsbereites Miteinander und steigert die Mitarbeiterzufriedenheit signifikant. 

Eine regelmäßige Achtsamkeits-Praxis ist ein massiver Hebel

Wer die Gedanken in Richtung “Achtsamkeit/Meditation ist doch nur was für Hippies” oder “Meditation? So einen Hokuspokus brauch ich nicht” hinter sich gelassen und die wahre Macht einer regelmäßigen Achtsamkeitspraxis – wie z.B. täglichem Meditieren – erkannt hat, versteht, was für ein riesiger Hebel das Ganze ist. Der Mensch wird dadurch ruhiger und schärft seine Fähigkeiten, mit Schwierigkeiten im Leben umzugehen. Da jedes Leben zwischen den Polen Schwierigkeiten und Erfolgen schwingt, ist dieser Skill unbeschreiblich wertvoll. Zusammengefasst ist also die positive Einstellung entscheidend, um die hilfreichen Effekte einer regelmäßigen Achtsamkeitspraxis zu erkennen und für sein Leben zu nutzen.

Achtsamkeit erfordert regelmäßige Praxis, welche sich aber gut in den Alltag integrieren lässt.
Eine kurze Übung der Achtsamkeit lässt sich jederzeit im Alltag einbauen.

Was das Ganze mit Digitalisierung zu tun hat:

Genau wie Achtsamkeit ist auch Digitalisierung ein Feld, das unglaubliche Vorteile für alle schaffen kann, die sie annehmen und umsetzen. Doch auch hier ist häufig genau das Annehmen das Problem. In vielen Unternehmen wird Digitalisierung bis heute verteufelt. Die Mitarbeiter wehren sich dagegen und somit kommen die Vorteile moderner Technologie nicht zum Tragen. Die Aufgabe für die Unternehmenslenker ist es somit, eine Akzeptanz für Digitalisierung bei den Mitarbeitern zu schaffen, indem sie ihnen die Vorteile klar machen. Anschließend können Digital-Projekte umgesetzt und dadurch entscheidende Wettbewerbsvorteile generiert werden.

Fazit

Die wichtigste Parallele zwischen Achtsamkeit und Digitalisierung ist vermutlich, dass es bei beiden Themen in erster Linie um den Menschen geht. Nichts von beidem ist ein Selbstzweck. In beiden Themenfeldern geht es um das Beobachten, das Akzeptieren und das Loslassen. 

Eine regelmäßige Achtsamkeitspraxis z.B. durch tägliches Meditieren kann den Mitarbeitern in Zeiten der Digitalisierung somit eine riesige Hilfe sein. Nach meiner Recherche im Zusammenhang mit diesem Artikel bin ich zu dem Schluss gekommen, dass Achtsamkeit ein entscheidender Baustein für gelungene Digitalisierung darstellt. Gerade weil sich Digitalisierung vor allem um Geschwindigkeit, Komplexität und Wettbewerb dreht, sind Ruhe, Entspannung und Kraft-Tanken wichtige Gegenpole, um die richtige Balance zu finden. Und genau deswegen ist es meiner Meinung nach fatal, diesem Zusammenhang keine Beachtung zu schenken. 

Yoga-Kurs für Mitarbeiter
Mitarbeiterangebote, wie Yogakurse, können den Mitarbeitern dabei helfen achtsamer und stressfreier zu leben.

Unternehmen sollten daher dringend darüber nachdenken, ihren Mitarbeitern eine solche Möglichkeit zu schaffen. Egal ob z.B. unternehmensinterne Meditations-/Yogakurse oder externe Angebote und Weiterbildungen angeboten werden – es wird sich definitiv lohnen.

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